Abendlicher Stadtrundgang in Granada

Ganz im Süden Spaniens, in der autonomen Region Andalusien, liegt die etwa 230.000 Einwohner zählende Stadt Granada. Ich habe die Metropole am Fuße der Sierra Nevada schon mehrfach besucht, und ich möchte Euch in diesem Artikel auf einen abendlichen Rundgang durch die Stadt mitnehmen. 

In den Sommermonaten herrscht tagsüber oft eine Gluthitze in der Stadt. Im Normalfall klettern die Temperaturen deutlich über 30 °C. Daher bieten sich für einen Rundgang eher die Abendstunden an. Außerdem sind dann auch vermehrt Einheimische unterwegs, die Restaurants und Tapas-Bars sind gut gefüllt und an vielen Ecken erklingt Straßenmusik. Abends lässt sich das Flair von Granada einfach am besten erleben.

Ich beginne meinen Rundgang etwas südlich des Zentrums an der Fontäne Fuente de las Granadas, die sich am Nordufer des Rio Genil am Rand eines Parks befindet. Zwischen den beiden Fahrspuren der Calle Carrera de la Virgen gehe ich auf einer Rambla* Richtung Zentrum. Am Ende der Straße treffe ich mit der Fuente de las Batallas auf den nächsten schönen Springbrunnen, dessen aufgeworfene Gischt in der Abendsonne glitzert. Entlang der Calle Reyes Catolicos, sowie auch in einigen Nebengassen, sind einige Meter über der Straße rechteckige Stoffbahnen als Sonnenschutz angebracht. Diese „Dächer“ verleihen den Straßen in der Sommersonne eine besonders gemütliche Atmosphäre.

Links abzweigend erreiche ich schließlich das Zentrum der Stadt und stehe vor der riesigen Kathedrale von Granada, die eng von den angrenzenden Gebäuden eingerahmt wird. Durch eine kleine Gasse komme ich zum Plaza de la Romanilla, auf dem ein Denkmal eines Aguadors (Wasserträger) steht. Hier kehre ich in eines der ansässigen Restaurants ein und esse unter Palmen zu Abend.

Nach der kulinarischen Stärkung gehe ich nochmals an der Kathdrale vorbei, überquere die Calle Gran Via de Collon und komme ins Arabische Viertel. In einem Netz aus engen Gassen wimmelt es hier nur so von Läden in denen Souvenirs, Lederwaren, Taschen, Gewürze, Schmuck und vieles mehr angeboten werden. Außerdem findet man viele gemütliche Tapas-Bars. In einer davon lege ich eine weitere Pause ein und bestelle ein Bier. Dazu kommt, wie in Tapas-Bars üblich, neben dem Getränk noch ein kleines Apptithäppchen (Tapa). Als dann noch ein paar Straßenmusiker aufspielen, ist die Pause im Arabischen Viertel perfekt!

Mein nächstes Ziel ist der Sabikah-Hügel und pünktlich zum Sonnenuntergang erreiche ich einen Aussichtspunkt auf etwa halber Höhe. Wie es die Bezeichnung „Arabisches Viertel“ schon vermuten lässt, stand Andalusien lange Zeit unter dem Einfluss der Mauren. Das wohl gewaltigste Zeugnis dieser Epoche ist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Europas – die Alhambra. Die im 13. und 14. Jahrhundert errichtete Befestigungsanlage thront auf dem Hügel über der Stadt. Ob sich eine Besichtigung samt Führung der Alhambra tatsächlich lohnt, kann ich nicht beurteilen, da ich bisher aus verschiedensten Gründen selbst noch nicht dazu gekommen bin.

In die Alhambra hinein komme ich heute Abend nicht mehr, aber ich gehe ein Stück an den Außenmauern entlang. Als ich mich wieder auf den Rückweg mache, ist es komplett dunkel. Wieder an den bereits erwähnten Aussichtspunkt angekommen, bietet sich dort ein weiteres schönes Fotomotiv an – Granada bei Nacht.

Ich hoffe, ich kann Euch als Leser mit diesem Beitrag ein klein wenig vom Zauber Granadas nahbringen. Ein Besuch der Stadt ist unbedingt empfehlenswert! Granada ist sicher eine der schönsten Städte Spaniens. Für Geocacher gibt es u.a. einen Virtuellen Cache, der über vier Stationen zumindest auf einen Mini-Stadtrundgang einlädt.

* Namensgeber ist die bekannte Promenade in Barcelona. Es gibt in Spanien jedoch viele Straßen, die ähnlich aufgebaut sind, bei denen sich mittig zwischen den beiden Fahrspuren ein breiter Fußgängerbereich befindet.

 

 

 

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