Listing-Update als Reaktion auf den Statistik-Hype?

Neben dem Geocaching, bei dem es bekanntlich darum geht, den Spielern einen besonderen Ort zu zeigen, sie durch eine sehenswerte Landschaft zu führen, oder die Cacher vor eine besondere körperliche oder geistige Herausforderung zu stellen, hat sich im Laufe der Zeit eine andere Spielart etabliert und mittlerweile die Oberhand gewonnen. Dabei geht es nicht mehr vordergründig um die Locations und um die Outdoorerlebnisse, sondern um das Hochtreiben des Fundzählers und das digitale Füllen virtueller Löcher in diversen Matrizen. Die Rede ist vom Statistikcachen.

Bei dieser Spielart muss es immer schneller gehen eine Dose zu finden. Viele Punkte in möglichst kurzer Zeit zu sammeln ist angesagt. Viele hohe und möglichst ungewöhnliche Wertungen, oder auch alle möglichen Kombinationen, die gehäuft in die Gegend geschmissen ausgelegt werden, ziehen die Statistiker an, wie ein frischer Kuhfladen die grünen Brummer. Jetzt munkelt man, dass einer der Plattformbetreiber auf diesen Trend reagiert und in naher Zukunft das Listing zeitgerecht anpassen wird. Durch Zufall bin ich auf ein solch neues Listing gestoßen und möchte es Euch nicht vorenthalten.

Änderung Nr. 1

Eine Schwierigkeitswertung wird es zukünftig nicht mehr geben. Da Lösungen schwerer Rätsel und finale Koordinaten von anspruchsvollen Multicaches problemlos in einschlägigen Facebookgruppen oder entsprechender Datenbanken abgegriffen werden können, lässt sich jeder D5 problemlos in einen D1 verwandeln. Für die bedeutungslos gewordene D-Wertung sehen die Verantwortlichen wohl keinen Sinn mehr.

 

Änderung Nr. 2

Das Land kann über ein Drop-Down Menü vom Finder beim Onlinelog frei gewählt werden. Auf diese Weise kann man sich ganz einfach Länderpunkte erschleichen generieren. Der große Vorteil besteht darin, dass dieses Feature nach der Umsetzung legal ist und damit verhindert, dass Cachetypen wie einst die Virtuellen, komplett abgeschafft werden müssen, da das Loggen vom Sofa aus überhandgenommen hatte.

 

Änderung Nr. 3

Zukünftig soll es nur noch die Standardformatierungen geben. Individuelle Schriftarten, Fotos und Bilder, die nur zum Zwecke des Designs dienen werden abgeschafft. Listings werden ohnehin kaum gelesen, daher kann man diese Änderung absolut nachvollziehen. Rätsel müssen allerdings nach wie vor gelistet werden, denn trotz der unterschiedlichsten Quellen für Lösungen und Koordinaten muss ja mindestens der erste Depp Geocacher das Rätsel ganz konventionell lösen.

 

Änderung Nr. 4

Es soll vier neue Attribute geben:

Mit dem Couch-Potato-Attribut signalisiert der Owner, dass er das Logbuch nicht kontrollieren wird. Somit muss der Statistikcacher die Dose nicht mehr vor Ort aufsuchen, sondern kann den Cache ganz bequem von zu Hause aus loggen. Dieses Attrbut ist wirklich lange überfällig, da es klimaschädlichen CO2-Ausstoß mindert und freche Blogbeiträge (wie z. B. dieser) der Vergangenheit angehören.

Die Botschaften der beiden „Kurz-Cache“ Attribute „short hike“ und „takes less than an hour“ passen nicht mehr zum Puls der Zeit. Ein Cache muss heutzutage noch aufwandsärmer und schneller zu erledigen sein. Um diesem Trend gerecht zu werden, gibt es bald das „ultra short hike“ und das „takes less than 5 minutes“ Attribut.

Das vierte neue Merkmal wird eine echte Innovation. Das besondere an dem brandneuen Facebook-Attribut ist, dass es als einziges nicht vom Owner gesetzt werden kann. Sobald die finalen Koordinaten des Caches in den sozialen Netzwerken gepostet werden, wird es automatisch im entsprechenden Listing mit Verlinkung zur Quelle generiert.

 

Änderung Nr. 5

Die Features „additional Hint“ und „additional Waypoints“ werden demnächst entfallen. Wer benötigt schon einen Hint, wenn man eine 5000 Kontakte umfassende TJ-Liste hat? Wenn die Dose nicht nach spätestens fünf Sekunden gefunden wird, ist das umfassende Rundrufergebnis schneller vorhanden, als die Rot-13 Transformation.

Zusätzliche Wegpunkte sind mittlerweile selbstverständlich ebenfalls überflüssig. Bei Multis steuern Statistikcacher direkt das Final an. Für Zwischenstationen gibt es schließlich keine Punkte. Auch Parkkoordinaten werden nicht mehr benötigt. Selbst in Naturschutzgebieten sind die Wege meistens breit genug, um mit dem Auto bis direkt an die Dose oder zumindest in ihre Nähe zu fahren.

 

Wie ist Eure Meinung zu den Änderungen und den neuen Features? Ich bin ziemlich gespannt, wie diese bei den Spielern ankommen.

4 thoughts on “Listing-Update als Reaktion auf den Statistik-Hype?

  1. Habe erstmal auf’s Datum geschaut; kann es sein, dass du den Artikel eigentlich auf den 1.4.18 vorausplanen wolltest?
    Entweder hast du ein Listing „gefunden“, bei dem Groundspeak diverse Möglichkeiten durchspielt (so eine „Sandbox“ habe ich auch in meinem Blog und hoffe die Seite wird nie zufällig ergoggelt 😉 ) oder es ist ein Photoshop-Bild.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Groundspeak die D-Wertung abschafft; es würden zu viele Statistik-/Challenge-Cacher aufhören.

  2. Hier konnte ich mir wirklich ein Schmunzeln nicht verkneifen (wenn es nicht ein lautes Lachen war…).

    Andererseits ist die Realitätsnähe leider auch traurig. Dazu muss ich eine kurze und wahre (!) Geschichte erzählen:

    Ein mir vorher unbekannter Cacher erzählte mir einmal auf einem Event, dass er seit einiger Zeit ein Smartphone hätte, und damit würde er sich jetzt endlich auch an Multis und Mysteries rantrauen, vorher habe er nur Tradis gemacht.

    Ich frage ihn noch ganz naiv, welcher App er diese Wandlung zu verdanken habe, und er antwortet mir stolz: „Whatsapp“…

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