Wandern am Hardangerfjord

Der Hardangerfjord ist einer der längsten und tiefsten Fjorde an der norwegischen Küste. Mehr als 150 km schneidet der Meeresarm ins Land und bildet mit der angrenzenden Bergwelt eine wunderschön anzuschauende Landschaft. Es gibt unzählige Wandermöglichkeiten rund um den Fjord. Im Folgende möchte ich unsere Lieblingsrouten in der Region Hardanger vorstellen. Dabei handelt es sich mit einer Ausnahme um absolute Geheimtipps.

Vesoldo (Gipfeltour)

Der Vesoldo ist ein 1046 Meter hoher Berg am Hardangerfjord. Die Zufahrt zum Parkplatz erfolgt über eine teils steil ansteigende Schotterpiste. Dabei passiert man einige Wildgatter und für den letzten Kilometer wird eine kleine Maut verlangt, die in einem Briefumschlag auf Vertrauensbasis hinterlegt wird. Die Tour bietet alles was Bergwandern in Norwegen ausmacht: steinige und steile Trails, rauschende Bäche, Wasserfälle und gradiose Ausblicke auf den Fjord und den Folgefonna Gletscher. Außerdem wartet in Gipfelnähe ein Tradi auf Besuch von Geocachern. Auf dem Rückweg bietet sich ein Abstecher zu einem weiteren, sehr selten besuchten Cache an. Bevor wir uns damals in das Logbuch eintrugen, wurde der Tradi seit fast vier Jahren nicht mehr gefunden.

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Vaganipen (Gipfeltour)

Da alle hier vorgestellte Wanderungen ihre individuellen Vorzüge haben, ist es fast unmöglich einen Favoriten zu nennen. Wenn ich mich allerdings für eine Tour entscheiden müsste, wäre es die auf den Vaganipen. Der Vaganipen ist 819 Meter hoch und war während unseres Urlaubs im Juli 2018 unser Hausberg. Gerade einmal 10 Minuten dauerte die Anfahrt mit dem Auto. Zunächst wandert man auf breiten Wegen durch das Tal eines Baches, doch schon bald wird aus dem gut erkennbaren Weg ein schmaler Pfad, bevor auch dieser in der Natur verschwindet. Der Anstieg zum Gipfel, der noch im Wald beginnt, erfolgt dann nahezu ohne Orientierungsmöglichkeit. Ein vorgegebener Trail ist nicht mehr vorhanden und auch farbliche Kennzeichnungen oder Steinmännchen sucht man vergebens. Es war schon ein besonderes Erlebnis, sich in menschenleerer Natur einen eigenen Weg zwischen und über die vielen Felsformationen zu suchen. Oben angekommen, wird man bei guter Sicht mit genialen Ausblicken auf den Fjord und die nördlich gelegenen Stauseen belohnt. Geocaches gibt es auf dieser Route leider keine.

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Steinen (Gipfeltour)

Steinen ist ein Felsplateau in der Nähe der Ortschaft Mundheim. Es ist „nur“ etwa 650 Meter hoch, doch aufgrund von einigen leichten Kletterpassagen ist die Besteigung die technisch schwierigste, der hier vorgestellten Wanderungen. Der größte Teil der Strecke führt durch bewaldetes Gebiet. Erst nachdem wie aus dem Nichts ein kleiner Bergsee auftaucht, wird die Landschaft karger und es eröffnen sich schöne Aussichten. Am höchsten Punkt des Plateaus hat man einen grandiosen Blick auf den Hardangerfjord und die Insel Varaldsøy. Geocaches findet man auf dieser Wanderung nicht.

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Vikedalsnebbet

Im Sommer 2018 sind wir mit der festen Absicht nach Norwegen gekommen, zur Trolltunga zu wandern. Doch je näher wir uns mit der Tour beschäftigten, desto weniger Lust hatten wir darauf. Dem Erlebnis bei unbeschreiblicher Aussicht in schwindelerregender Höhe auf der wohl berühmtesten Felszunge der Welt zu stehen, standen einfach zu viele Gegenargumente gegenüber: eine zum Massentourismus verkommene Bergwandertour (Ameisenstraße statt einsame Bergidylle, langes Schlangestehen am Ziel für ein Foto, etc.), ein überteuerter Parkplatz (ca. 50 Euro pro Tag) und die Sperrung des reizvollen Aufstiegs über die Holztreppenstufen der Magelibanen.

Noch während unseres Aufenthalts recherchierten wir nach einer Alternative und wurden tatsächlich fündig. Direkt am Hardangerfjord gibt es in der Nähe der Ortschaft Alvik mit dem Vikedalsnebbet eine Felsformation, die ebenfalls ein Stück von der Felswand ausgesetzt ist und einige Hundert Meter über dem Fjord ein fantastisches Fotomotiv liefert. Nur sehr vereinzelt begegneten wir anderen, hauptsächlich einheimischen Wanderern. Den Vikedalsnebbet hatten wir sogar ganz für uns allein – kein Vergleich zur überlaufenen Trolltunga. Über den Stausee Storavatnet und die ehemalige äußerst idyllisch gelegene Weidesiedlung Bjølvesete (gleichnamiger Tradi für Geocacher) kamen wir nach etwa 16 km wieder an den Startpunkt zurück.

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Bondhusdalen

Die Wanderung durch das malerische Bondhusdalen war die einzige bekannte Tour, die wir unternommen haben. Hier waren außer uns noch viele andere Wanderer unterwegs, aber wir fanden es noch erträglich. Die Strecke folgt bis zum gleichnamigen See (Bondhusvatnet) dem wilden Gletscherabfluss. Am Westufer geht man um den See herum und muss weitere Wildwasser überqueren, wobei für die Querung am der Südwestseite ein Balanceakt, der nicht gerade ungefährlich ist, gleichkommt. Die umliegende Landschaft ist mit den hohen Bergen und den Wildwassern norwegentypisch, aber bei schönem Wetter hat man am See fast das Gefühl in der Karibik zu sein. Je nach Standort und Lichteinfall schimmert das Wasser in allen möglichen Blautönen, bis hin zu leuchtendem Türkis. Man möchte zwar am liebsten gleich hineinspringen, aber die Wassertemperatur ist auch im Sommer eisig. Unsere Jungs haben am Nordufer gebadet. Die Temperatur betrug dort deutlich unter 15 °C!

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Die folgende interaktive Karte zeigt unsere besuchten Spots rund um die Region des Hardangerfjord. Neben den beschriebenen Wanderungen, sind weitere Highlights wie Bergen oder der große Wasserfall Fossen Bratte enthalten. 

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