Aktiv im Ötztal

Ich gehöre zu der Kategorie Urlauber, die nicht nur faul am Strand liegen oder tagelang auf einer Liege am Pool chillen kann. Wem das ähnlich geht und ebenfalls eher der Aktivurlauber ist, dem kann ich das Ötztal in Tirol wärmstens empfehlen. Die Hauptreisezeit ist zur Skisaison in den Wintermonaten. Wir waren zwar im Sommer dort (Juli 2017), aber langweilig wird es in Tirol zu keiner Jahreszeit.

Bergwandern

Das Bergsteigerdorf Vent ist Ausgangspunkt für viele alpine Touren. Wir starteten von dort aus, um die Kreuzspitze zu besteigen. Außerdem unternahmen wir einige Wanderungen in den Stubaier Alpen. Von Oetz aus kann man mit der Seilbahn bis zur Bergstation auf 2023 Meter fahren. Mit der Ötztal Card, die bei einigen Ferienhausvermietern inklusive ist, fährt man sogar kostenlos. Von der Bergstation aus lassen sich relativ einfach einige aussichtsreiche Gipfel wie z.B. die Rossköpfe und der Wetterkreuzkogel erwandern. Ein wenig Kondition sollte man zwar mitbringen, als Lohn winken bei entsprechendem Wetter aber fantastische Blicke ins Ötztal und auf die benachbarten Berge.

Klettern

Als Flachlandtiroler sind wir weder im Besitz einer vollständigen Bergsteigerausrüstung, noch haben wir die notwendige Erfahrung für alpines Klettern. Als Alternative dazu befinden sich im Ötztal einige sehr interessante Klettersteige. Falls nicht vorhanden, kann man ein Klettersteigset inkl. Helm bei einem der vielen ansässigen Anbieter für Outdooraktivitäten mieten.

Wir entschieden uns den Steig am Stuibenfall, den mit 159 Meter Fallhöhe höchsten Wasserfall Tirols, zu klettern. Dieser Steig ist technisch nicht sehr anspruchsvoll und daher grundsätzlich auch für Kinder begehbar. Die Streckenführung ist allerdings an einigen Stellen etwas ausgesetzt, so dass ein wenig Mut und Schwindelfreiheit vorausgesetzt werden. Als Höhepunkt am Ende wartet die Überquerung der tosenden Oberkante des Wasserfalls auf einem Drahtseil. Diese Stelle kann jedoch auch umgangen werden. Detaillierte Eindrücke vom Via Ferrata am Stuibenfall bekommt man ggf. durch das folgende Video.

Weitere Outdooraktivitäten

Im Ötztal gibt einige Outdoordienstleister, die je nach persönlichem Interesse und Vorkenntnissen diverse Aktivitäten in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen anbieten. Ein Schwerpunkt, der sich durch die Nähe der Wildgewässer wie die Ötztaler Ache oder auch Teile des Inn förmlich aufdrängt, ist das Rafting. Darüber hinaus kann man verschiedene Canyoning-, Mountainbike-, Klettertouren usw. buchen.

Wir haben uns damals dazu entschieden Neuland zu betreten, und haben eine Canyoningtour für Familien und Einsteiger durch die Haderbach Klamm gemacht. Im Nachhinein betrachtet hatten wir unsere Fähigkeiten sicherlich etwas zu konservativ eingeschätzt. Doch erstens geht insbesondere wenn Kinder dabei sind Sicherheit immer vor und zweitens waren die Eindrücke einer Klamm aus der Perspektive des Wassers auch bei unserer leichten Tour grandios.

Empfehlungen für Geocacher

Sehr gut gefallen hat mir der Earthcache GC1GRFY, bei Winklen. Dieser lässt sich sehr gut mit einer Wanderung, auf deren Streckenführung auch einige Tradis liegen (z.B. GC1EK6K), verbinden. Bei diesem Earthcache erhält man über Schautafeln viele Informationen zum Bergsturz von Kofels, aus dem auch der Stuibenfall entstanden ist. Wer mit Kindern unterwegs ist, wird sich am Umkehrpunkt der Wanderung über einen sehr schönen Wasserspielplatz freuen. Wir haben damals dort gepicknickt und mehr als eine Stunde an den vielen Wasserspielen verbracht.

Für die Freunde von Geocoins gibt es eine spezielle Empfehlung. Durch das etwa 65 km lange Ötztal reihen sich neun Tradis, deren Titel jeweils mit „9für5&5für1“ beginnen und die an zeigenswerten Orten versteckt sind. Wenn man fünf davon findet kann man sich im Touristenzentrum von Längenfeld eine Ötztal-Geocoin – den sogenannten Ötz-taler – abholen. Nachweisen muss man die Funde mittels verschiedener Markierungen, mit denen die einzelnen Caches versehen sind.

Für Kletterer kann ich weiterhin den Cache GC29XA7 am bereits beschriebenen Klettersteig am Stuibenfall empfehlen. Dieser liegt am Rand einer einfachen Passage und bietet neben der Freude am Klettern auch eine Dose in ordentlicher Größe.

Baden

Auch auf das Baden muss man nicht verzichten, ganz im Gegenteil, es gibt etliche Möglichkeiten sich abzukühlen. Wir waren im Anschluss an einige Wanderungen ein paar Mal im Freibad von Oetz. Dort gibt es u.a. eine Rutsche und ein Beachvolleyballfeld.

Ein weiteres schönes Ausflugsziel ist der Piburger See, der im Sommer ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen von 23°C bis 25°C erreichen kann. Wir haben diesen auf einer Wanderung von Oetz aus zunächst umrundet und anschließend einige Stunden im Wasser und auf der Sonnenterrasse an der Badestelle verbracht.

2 thoughts on “Aktiv im Ötztal

  1. Schöne Bilder! Mein persönliches Highlight war die Besteigung der Similaun – von da oben hat es bei schönen Wetter wirklich eine grandiose Aussicht!

    Viele Grüße aus dem Saarland
    Jörg

    1. Hi Jörg, wir standen damals vor der Wahl Similaun oder Kreuzspitze und haben uns für letzteres entschieden. Vielleicht ergibt sich für die Similaun nochmal irgendwann die Gelegenheit.

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