Geisterjagd!

Bei der gewählten Überschrift und dem Erscheinungsdatum denkt man dieser Tage wahrscheinlich als Erstes an Halloween. Dieser Artikel steht jedoch mit dem irisch-amerikanischen Volksbrauch in keinerlei Verbindung. Er hat auch nichts mit den neuen Virtuals zu tun, auch wenn diese wegen des Rewards Ende August viele Beiträge in diversen Blogs und Podcasts nach sich zogen. In diesem Artikel geht es um andere Geister, nämlich um archivierte Geocaches.

Dass ich eine Vorliebe für Klettercaches habe, ist kein Geheimnis, leider werden diese für mich in meiner Homezone mittlerweile ziemlich rar. Bis auf wenige Ausnahmen habe ich die bestehenden T5er bereits besucht und neue kommen nur noch sehr selten nach. Ob das teilweise an der mangelnden Bereitschaft der lokal ansässigen Kletterer liegt einen solchen Cache auszulegen, kann ich nicht beurteilen. Fest steht jedoch, dass es schwerer geworden ist, einen T5 durch das Review zu bekommen.

Auf längere Anfahrten habe ich nicht immer Lust und noch häufiger fehlt mir die dafür notwendige Zeit. Möchte ich in meiner Homezone klettern, bleiben mir nur die Möglichkeiten selbst T5-Caches zu legen, oder einfach nur zum Spaß zu klettern*. Für die Alternative selbst Dosen zu verstecken, muss ich jedoch erstmal eine passende Location finden. Des Weiteren muss der Cache gut vorbereitet werden. Einfach nur irgendwie einen Behälter in den Baum zu hängen, kommt nicht in Frage. Da habe ich schon einen gewissen Anspruch und möchte keine vertikale Leitplanke** abliefern. Daher war ich in letzter Zeit recht oft in unbedosten Bäumen unterwegs, habe neues Equipment und neue Techniken ausprobiert, oder mich einfach nur in luftiger Höhe bewegt.

Es gibt jedoch noch eine weitere Möglichkeit dem T5 Mangel in der Homezone zu begegnen – die Geisterjagd. Einige von Euch werden schon einmal einen archivierten Cache gefunden haben, meist wahrscheinlich durch Zufall. Es kommt jedoch nicht selten vor, dass Owner nach der Archivierung eines Caches ihren Geomüll nicht einsammeln, so dass dieser zwar virtuell von der Landkarte verschwindet, theoretisch aber noch immer gesucht und gefunden werden kann.

Nach meiner Erfahrung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Dosen archivierter Caches noch vor Ort befinden mit der Geländewertung, sprich je aufwendiger die Bergung des Geomülls, desto seltener wird dieser von den Ownern eingesammelt. Gerade gestern habe ich wieder einmal einen solchen Geist erklettert und quasi einen privaten CITO veranstaltet. 1729 Tage nachdem der Owner den Tradi archiviert hat und 1764 Tage nach dem letzten Fund, konnte ich den kleinen Petling völlig unversehrt aus dem Geäst einer mächtigen Buche holen. Auch wenn in diesem Fall weder die Location noch die Kletteraufgabe eine besondere war, bleibt dieser ungewöhnliche Fund in Erinnerung.

Schaut doch in Eurer Homezone mal nach, ob dort ebenfalls Geister schlummern. Einen solchen zu suchen und mit ein wenig Glück auch zu finden, ist eine – wie ich finde – interessante Nische beim Spiel Geocaching.

* ja, so ganz ohne Dose und ohne einen Punkt zu bekommen. Das geht tatsächlich.

** diese recht treffliche Formulierung habe ich erstmals in diesem Blog gelesen

One thought on “Geisterjagd!

  1. Das kann ich bestätigen. Mir fallen spontan drei archivierte Caches ein, die von Geisterjägern gefunden und neu eingereicht wurden, teilweise noch mit demselben siffigen Logbuch oder dem ramponierten Behälter, der die Archivierung seinerzeit auslöste . Das scheint eine Geo-Nische zu sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*