Ganz andere Dimensionen

Ich bin zur Zeit in der glücklichen Situation, dass ich der kalten und dunklen Jahreszeit in Deutschland entfliehen konnte und mich auf dem afrikanischen Kontinent aufhalten darf. Sommer auf der Südhalbkugel bedeutet automatisch mehr Licht und längere Tage, was definitiv der größte Vorteil an diesem Umstand ist. Natürlich habe ich auch hier den einen oder anderen Geocache im Blick, wobei bereits im Vorfeld abzusehen war, dass in Bezug auf die Cachedichte hier ganz andere Dimensionen herrschen als zu Hause.

Sonnenaufgang in der Kalahari

Von zwei Beispielen möchte an dieser Stelle kurz berichten. Zunächst geht es um einen Tradi. Dieser liegt nicht weit von einer Straße entfernt. Um ihn zu erreichen muss man jedoch von einer etwas größeren Stadt aus 50 km weit in die Kalahari hineinfahren. Weit und breit liegt keine andere Dose*, 50 km Fahrstrecke ohne auch nur an einem einzigen Cache vorbeizukommen. Das wäre in Deutschland undenkbar. Ich fuhr die Strecke vor einigen Tagen in aller Frühe. Ich erreichte den Tradi zwar, doch wenn man in der Kalahari den Sonnenaufgang beobachten kann, ist das Suchen und Finden von Geocaches gänzlich nebensächlich.

Während meines Aufenthalts bereise ich im Land zwei Standorte, die mehr als 800 km auseinander liegen. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und habe die Caches gezählt, die entlang der Route liegen und weniger als 500 Meter von der Straße** entfernt sind. Ich habe keine Ahnung wie viele Caches sich in Deutschland entlang einer vergleichbaren Strecke befinden, die Zahl wäre aber sicher im vierstelligen Bereich. Hier in Südafrika sind es gerade einmal 48, wobei allein etwa ein Drittel davon in zwei kleinen Städten liegen, die man auf der Überfahrt passiert.

Warnung vor Überfällen

Am Ziel der Überfahrt, der Hauptstadt Pretoria, ist die Cachedichte dann zwar vergleichsweise hoch, aber bei einer der weltweit höchsten Kriminalitätsquoten und Warnungen vor Überfällen auf offener Straße, ist mir nicht danach allein mit dem GPS durch die Stadt zu streifen. In Bezug auf die völlig andere Landschaft, die Flora und Fauna sowie dem Erleben des „South African way of life“, sind die Eindrücke im Land jedoch auch ohne größeres Cacheangebot wieder sehr interessant und wenn das Thermometer mal nicht die 40 °C-Marke knackt, ist auch das Klima sehr angenehm.

 

 

 

* auch kein Earthcache oder Virtual oder ähnliches

** Autobahnen gibt es in diesem Teil des Landes nicht, die gesamte Strecke verläuft über Landesstraßen

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