Die Crux bei Opencaching

Die Plattform Opencaching habe ich hier im Blog schon in einigen Artikeln thematisiert. In den letzten Wochen habe ich mich ein wenig näher mit OC beschäftigt. Die Vorzüge dieser Plattform Liste ich gerne noch einmal auf:

  • nicht kommerziell, alle Funktionsumfänge sind komplett kostenlos verfügbar
  • sehr kurzer Draht zu den Verantwortlichen und zu den Entwicklern
  • keine Abstandsregel
  • Virtuelle und WebCam Caches können nach wie vor von allen Mitspielern gelegt werden
  • Safari- und Bewegliche Caches ergänzen als attraktive Cachetypen das Angebot
  • kein aufgeblähter Statistikquatsch

Die Aufzählung ist bestimmt nicht vollständig, es gibt sicher noch mehr Pluspunkte, die insbesondere die Geocacher im deutschsprachigen Raum ansprechen müssten. Doch bei allen Vorzügen, kommt OC derzeit nicht über ein Nischendasein hinaus. Im Folgenden möchte ich einmal aus meiner Sicht schildern, was die Crux bei Opencaching ist.

Dass das absolute Abgebot an Caches* bei OC sehr viel geringer ist als bei Groundspeak, stört mich nicht im Geringsten. Nachteilig wirken sich aus meiner Sicht jedoch folgenden Punkte aus:

 

Die Cachequalität

Von der Cachequalität bin ich bisher enttäuscht. Ich habe überproportional viele Behälter gefunden, die per se nicht wasserdicht sind. Entsprechend schlecht war der Zustand der Logbücher. Einen Cache, der an eine richtig gute Location führt, habe ich bisher noch nicht gefunden und auch wenn ich die Karte in meiner Umgebung durchstöbere, stelle ich fest, dass nahezu keine OC-only Dose an einer „1a-Location“ liegt. Technische Spielereien und kreative Zwischenstationen habe ich bisher ebenfalls noch nicht vorgefunden.

 

Hohe T-Wertungen spielen kaum eine Rolle

Wer mich kennt oder diesen Blog liest, weiß dass ich ein Faible für hohe T-Wertungen habe. Waten, kriechen und insbesondere klettern sind Dinge, die mich reizen. Letztens habe ich im Forum von Opencaching folgende Passage gelesen:

Ab 3er-Werten landen die Listings bei vielen OC-Cachern auf der ignore-Liste. Lange Multis und selbst einfache Rätsel wirken völlig uninteressant.

Sicherlich ist dieser Post ein wenig überspitzt formuliert, aber er wirft schon die Frage auf, ob Opencaching die passende Plattform für meine Interessen ist. Die Suche nach Klettercaches in der näheren Umgebung macht mich dahingehend auch nicht optimistischer. Für den nächsten T5, der nicht auch auf GC.com gelistet ist, müsste ich mehr als 50 km fahren.

 

Der Umgang mit den Safari-Caches

Safari-Caches beziehen sich nicht auf bestimmte Koordinaten. Sie sind sogenannte „Locationless Caches“ und die Aufgabe besteht darin einen Ort oder ein Objekt zu finden, welcher/s weltweit öfter vorkommt. Der Fund wird im Onlinelog mit Koordinaten und ggf. Fotos dokumentiert. Um diesen Cachetyp zu finden, gilt es also mit offenen Augen durch die Gegend zu gehen. Die Idee dahinter finde ich sehr gut, jedoch habe ich mit den Safaris meine Schwierigkeiten. Wie soll ich mir aus der Vielfalt des Angebotes die ganzen Aufgaben merken? Diesbzgl. wäre ich für ein paar praktikable Tipps von erfahrenen Opencachern sehr dankbar.

 

Ich möchte noch einmal explizit erwähnen, dass sich meine oben genannten Erfahrungen bzgl. der Cachequalität und der hohen T-Wertungen auf Opencaching ausschließlich auf meine nähere Umgebung beziehen (Raum Braunschweig und Südheide). In anderen Regionen, in denen OC evtl. weiter verbreitet ist, mag sich das völlig anders darstellen. Da werde ich hoffentlich im Laufe der Zeit weitere überregionale Erfahrungen sammeln.

Aus den genannten Gründen ist Opencaching trotz seiner vielen Vorzüge (noch) keine ernstzunehmende Alternative für mich. Insbesondere beim Thema Cachequalität ist in meiner Region noch viel Luft nach oben. Ich habe bisher weder ein besonders spannendes Listing entdeckt, noch habe ich eine Dose gefunden, die mich wirklich begeistert hat. Trotzdem werde ich mein Vorhaben einen OC-only Cache zu legen weiter verfolgen, weil ich die Plattform gerne unterstützen möchte. Die T-Wertung wird allerdings mit 3,0 bis 3,5 für OC recht hoch ausfallen. Auch auf die Gefahr hin, dass die Dose dann bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag nicht gefunden wird, aber meine Handschrift soll der Cache schon tragen.

Mich würden Eure Erfahrungen in Eurer Gegend mit OC-Caches interessieren. Fallen diese ähnlich aus oder komplett anders?

* 30km – Radius um meine Heim-KO: OC.de 172; GC.com 4305

 

5 thoughts on “Die Crux bei Opencaching

  1. Lieber Röbü-Cacher,

    wir nehmen uns Deine Kritik zu Herzen. Gerne nehmen wir das Thema Cachequalität in den nächsten OC-Talk mit auf. Wir werden auch Deine anderen Punkte dort gerne aufgreifen und besprechen. Wenn Du Lust hast, kannst Du auch gerne dabei sein. Du findest die entsprechenden Informationen zum nächsten OC-Talk auf der Opencaching.de-Seite.

    Beste Grüße vom OC-Team

  2. Hallo Röbü, die Cachequalität wird durch die Cacheowner bestimmt, und da diese ein Querschnitt durch alle Bevölkerungsschichten sind und es keine OC/GC-Schranke gibt, ist die Qualität in meinen Augen bzw. Erfahrungen gleich gut bzw. gleich schlecht, egal auf welcher Plattform man sucht. Nur fallen schlechte (z.B. undichte) Dosen bei OC nicht so schnell auf, da die Besuchsfrequenz niedriger ist. Zu Selektieren guter Dosen solltest Du die Sterne (=Empfehlungen) befragen 🙂
    Hier ein Link, wo alle gut bewerteten Dosen versammelt sind: https://www.opencaching.de/tops.php
    Happy caching, Mic@

    1. Hallo mic@, ich gebe dir absolut Recht. Da es keine OC/GC-Schranke gibt, müsste die Qualität im Mittel tatsächlich gleich sein. In meinem direkten Umfeld fällt die Qualität der OCs nach meinem Empfinden aber tatsächlich bescheiden aus. Ich muss jedoch zugeben, dass ich deine verlinkte Übersicht bisher nicht kannte. Hab dafür vielen Dank, ich werde mir davon gerne einmal ein paar Caches auf die to-do Liste setzen.

  3. In der Tat habe ich bisher nur einen OC only gefunden, der war guter Durchschnitt, eine für mich neue Location, die mir sehr gut gefallen hat. Dazu kommen noch viele Klone von GC-Caches, dort dann aber „über dem Strich“ – wie es scheint, sind Owner, die Klone bei OC anlegen, im Schnitt ein wenig qualitätsbewusster. Ich selbst habe auch einige Klone am Start, die aber auch nur alle Jubeljahre geloggt werden, fast ausschließlich von GC-Cachern.
    Allerdings habe ich bei OC auch eine ziemlich hohe DNF-Quote bei OC onlys, Caches, deren Owner seit Jahren nichts mehr gemacht haben und bei denen die Caches auch seit geraumer Zeit ungeloggt bleiben.

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