Wenn Facebook & Co. versagen…

…kann es für einen knackigen Mystery sehr einsam werden.

Es war im Juli 2015, eine Woche nachdem das Sommerhoch „Annelie“ Norddeutschland zunächst rekordverdächtige Temperaturen bescherte, in der Folge jedoch Gewitter, Starkregen und orkanartige Sturmböen im Gepäck hatte.

Zusammen mit meinem Sohn und unserem befreundeten Cacher Panthera_Leo brachen wir vormittags in den nordöstlichsten Zipfel unseres Landkreises auf, um einige T5er zu erklettern. Dabei handelte es sich Größtenteils um Mysteries eines Owners, der in der Region für besonders knackige Rätsel mit naturwissenschaftlichen oder mathematischen Hintergründen bekannt ist. Unser Tagesplan war nicht allzu üppig, so dass wir uns im Zielgebiet Zeit lassen und vor dem letzten Umparken auch noch eine längere Pause in einer Eisdiele einlegen konnten.

Bevor wir unseren letzten Baum des Tages erklettern konnten, lag ein etwas längerer Fußmarsch vor uns. Bei guter Stimmung wurde fröhlich gequatscht, so dass wir weder auf die Umgebung noch auf das GPS Gerät achteten. Nach einer Weile des Gehens lag auf einmal eine stattliche Eiche rechts am Wegesrand. Da die Blätter noch grün und relativ frisch waren, musste diese der Sturm am vergangenen Wochenende entwurzelt haben. Die Böden sind in unserer Region zwar sehr sandig und damit entsprechend locker, trotzdem waren wir erstaunt und fasziniert was hier für Kräfte am Werk waren, die diesen riesigen Baum der Länge nach umstürzten. Nach kurzer Zeit fragte jemand: „Wie weit ist es eigentlich noch?“ Die Antwort kam nach einem Blick auf das GPS: „äh Moment…11 Meter!“

Plötzlich wurde uns bewusst, dass der umgestürzte Baum nicht irgendeine Eiche war, sondern unser Cacheträger. Somit war hier wohl ein DNF- bzw. NM-Log fällig. Mein Sohn wollte so schnell jedoch nicht aufgeben und suchte in der beblätterten Krone auf T2-Niveau nach dem Petling. Es dauerte keine zwei Minuten als er rief: „Ich hab ihn!“ Tatsächlich hing der Petling unversehrt an seinem Ast, einen T5er dieser Art hatte ich auch noch nicht.

an der umgestürzten Eiche

Solch ein Erlebnis hat man beim Geocaching sicher nicht oft und daher wäre es für sich allein sicher schon einen Blogbeitrag wert, allerdings gibt es noch eine Geschichte nach der Geschichte.

Selbstverständlich haben wir nach unserem unerwarteten Fund den Owner informiert, dass sein Cache zwar noch vor Ort ist, aber der T5-Wertung nicht mehr gerecht wird. Der Owner hat sich daraufhin einen neuen Baum gesucht, um den Cache mit seiner Wertung zu erhalten. Unser Besuch datiert wie anfangs erwähnt vom Juli 2015 und seit dem war niemand mehr dort. Seit  651 Tagen wartet die Dose in ihrem neuen Baum auf den nächsten Besucher. Was ist hier los? Sind alle Kletterer schon da gewesen? Nein, bei erst 27 Findern kann das nicht sein. Woran liegt es dann?

Ist die Besucherflaute vielleicht damit zu erklären, dass der Owner das Rätsel angepasst hat, da sich ja die finalen Koordinaten geändert haben? In den Notizbüchern der Vorfinder und in anderen dubiosen schlauen Listen befinden sich blöderweise nur die alten Daten des Finals. Ich muss zugeben, dass mich dieser Umstand sehr amüsiert.

In solchen Fällen versagen Facebook, WhatsApp & Co. und auch Eventhopping hilft nicht weiter. Doch irgendwann wird sich wieder jemand durch das Rätsel quälen und irgendwann werden auch die neuen Koordinaten in den sozialen Medien kursieren und auf Events ihre Runde machen. Es wird interessant sein, die chronologische Entwicklung der nächsten Fundlogs bei diesem Cache zu studieren.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*