Testbericht: Das GriGri Plus im SKT-Einsatz

Vor einigen Wochen hörte ich im Podcast der Cachefrequenz von der Einführung des neuen GriGri Plus von Petzl. Da ich seit Jahren überzeugter Nutzer des Vorgängermodells (GriGri 2) bin, war mein Interesse bezüglich des neuen Sicherungsgerätes sofort geweckt.

Hintergrund und technische Daten

Anwendungsbereich
Vergleich: GriGri 2 (links), GriGri Plus (rechts)

Das GriGri wurde seinerzeit als Halbautomat für den Einsatz im Sportklettern entwickelt. Im Jahr 2011 kam mit dem GriGri 2 eine überarbeitete Version auf den Markt. Das GriGri 2 hat für mich, verglichen mit anderen Sicherungsgeräten, einige auf der Hand liegende Vorteile. Es ist recht leicht, sehr kompakt, sowie einfach und gut in der Handhabung. Das GriGri 2 hat jedoch einen entscheidenden Nachteil, es hat keine Anti-Paniksicherung!

Mit dem GriGri Plus hat Petzl diesbezüglich nun nachgelegt. Eine Anti-Paniksicherung wurde integriert, zudem wird die neueste Version des Halbautomaten dem Trend nach dünneren Seilen gerecht. Der nutzbare Bereich wurde nach unten auf einen minimalen Durchmesser von 8,5 mm erweitert (GriGri 2: 8,9 mm) und auch der empfohlene Durchmesserbereich wurde gegenüber dem des GriGri 2 deutlich vergrößert (siehe Grafik oben links). Eine weitere Neuerung besteht darin, dass man beim GriGri Plus zwischen Vor- und Nachstiegsmodus wählen kann. An der prinzipiellen Seilführung durch das Gerät hat sich nichts geändert.

Äußerlich ist das GriGri Plus seinem Vorgänger sehr ähnlich (siehe Bild oben rechts), allerdings ist seine Masse um 30 g auf 200 g angewachsen.

Das GriGri Plus im Praxistest

Von einigen Kletter- und Outdoorspezialisten wurde das GriGri Plus bereits in der Praxis getestet. Da der Einsatz beim Baumklettern im Allgemeinen und beim Geocaching im Besonderen jedoch eher eine Nischenanwendung für das Sicherungsgerät darstellt, wollte ich selbst einmal ausprobieren wie es sich im SKT-Einsatz schlägt.

Getestet habe ich das GriGri Plus in Verbindung mit einer Handsteigklemme, einer Trittschlinge und zwei Kletterseilen, die jeweils als stehendes Einfachseil eingebaut wurden. Da das Schlankheitsideal in meiner Ausrüstung noch keinen Einzug erhalten hat, liegen meine Seile mit Durchmessern von 10,5 mm und 11,0 mm am oberen Ende des Einsatzbereiches. Das dünnere Seil liegt gerade noch im empfohlenen Bereich des Herstellers.

GriGri Plus beim Abseilen

Beim Aufstieg verhält sich die neue Plusversion sehr ähnlich wie sein Vorgänger. Es packt sicher zu, und das Seil läuft problemlos durch das Gerät. Am angenehmsten empfand ich den Aufstieg im Vorstiegsmodus am 10,5 mm Seil. Das Gerät blockiert in dieser Einstellung etwas schneller, so dass der Kletterer mit weniger Schlupf zu kämpfen hat und so komfortabler nach oben kommt. Doch auch am stärkeren Seil (11 mm) funktioniert der Aufstieg mit dem GriGri Plus tadellos.

Auch was das Abseilen betrifft, habe ich nichts zu kritisieren. Sowohl am 10,5 mm als auch am 11,0 mm Seil lässt sich die Seilausgabe beim GriGri Plus sehr fein dosieren. Einen nennenswerten Unterschied in den beiden zur Verfügung stehenden Modi (Vor- und Nachstiegsmodus) habe ich nicht festgestellt. Einzig am 11,0 mm Seil hatte ich beim Abseilvorgang im Nachstiegsmodus ein paar leichte „Ruckler“.

Wahlhebel für Vor- und Nachstiegsmodus

Am Ende der jeweiligen Abseilvorgänge habe ich in einer Höhe von ca. 2-3 Metern die Anti-Panikfunktion getestet. Wenn man nicht in Panik ist und die entsprechende Sicherung bewusst testen möchte, ist man im schnellen „nach unten fahren“ zunächst eher geneigt den Ablasshebel loszulassen („GriGri 2 Routine“). Nachdem ich mich dann aber dazu gezwungen habe den Hebel vollständig in Richtung geöffneter Position zu ziehen, löste die Anti-Panikfunktion mit einem deutlich hörbaren Knacken zuverlässig aus. Danach muss man den Ablasshebel  einmal komplett in die Ausgangsposition zurückschnappen lassen. Erst danach ist eine Seilausgabe wieder möglich. Im Test funktionierte die Anti-Paniksicherung an beiden Seilen und in beiden Modi zuverlässig. Die Funktion der Anti-Paniksicherung ist im unten verlinkten Video beispielhaft demonstriert.

Fazit

Die Anti-Paniksicherung macht das GriGri Plus vor allem für Einsteiger zu einem sehr interessanten Sicherungsgerät. Aber auch erfahrene (Baum-)Kletterer werden die zusätzliche Sicherheitsreserve, sowie die Auswahlmöglichkeit zwischen Vor- und Nachstiegsmodus zu schätzen wissen.

 

2 thoughts on “Testbericht: Das GriGri Plus im SKT-Einsatz

  1. Interessant wäre zu wissen, wie viel und wie schnell man beim Sportklettern, als sichernde Person, im Fall eines vermeintlichen Absturzes rausgeben kann, ohne das die Panikbremse zu früh greift.

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