DNF? Niemals!

Das Thema Punkt- und Statistikgeilheit habe ich an dieser Stelle schon des Öfteren aufgegriffen und auch andere Blogger haben sich bereits mehrfach daran ausgelassen. Der Stoff für weitere Beiträge zu diesen wenig angenehmen Eigenschaften einiger Cacherkollegen, scheint jedoch kein Ende zu nehmen. Während unseres Sommerurlaubs, der nun leider wieder beendet ist, stieß ich mehrfach auf Schriftverkehr in Online-Logbüchern, der mich wieder einmal mit dem Kopf schütteln ließ.

Im Rahmen unserer Ferien in den Alpen fuhren wir über die Timmelsjoch Hochalpenstraße und legten direkt an der österreichisch-italienischen Grenze eine Rast ein. Direkt im Grenzgebiet steht ein verfallenes Gebäude des ehemaligen Checkpoints, das einen LP-Tradi beherbergt. Wir waren uns nicht sicher, ob wir überhaupt die Chance bekamen nach der Dose zu suchen, denn gerade einmal zwei Wochen vor unserem Besuch postete ein Cacher einen DNF mit einem Foto (siehe unten), auf dem zu erkennen ist, dass der Zugang zum Gebäude von einem riesigen Schneeberg versperrt wird. Bis auf einen kleinen Spalt waren auch die Fenster vom Schnee bedeckt, so dass auch dort ein Hineinkommen ohne Schneeschaufel unmöglich war.

Quelle: Online-Logbuch von GC1EBVV

Doch wir hatten Glück. Seit Aufnahme des Fotos war der Schnee ein gutes Stück weit geschmolzen, und wir konnten uns zwischen der rückwärtigen Flanke des Berges und der Wand hindurchzwängen. Das Innere dieses Lost Places glich zwar einem Kneippbecken, aber über Steine und abgebrochene Betonstücke kamen wir trockenen Fußes an die Dose. Vor uns konnte es in diesem Jahr noch nicht viele Finder gegeben haben. Vor dem 23.06. war im Jahr 2017 sicher niemand im Gebäude, und doch gibt es in dem Zeitraum fünf „Found it“ Logeinträge. Wie haben diese „Finder“ das gemacht? Haben sie sich durch den mehr als mannshohen Schnee gebuddelt und anschließend alles wieder in den Urzustand versetzt, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen? Wer’s glaubt…

Andere zweifelnde Cacher haben ehrlicherweise DNF-Logs geschrieben, welche zeigen, dass es glücklicherweise auch noch ehrliche Spielteilnehmer gibt – gut so!

Ein weiteres Beispiel ist mir in meiner erweiterten Homezone aufgefallen. Der Cache GC6Q17N ist der Bonus einer Mysteryreihe. Den letzten Logs nach zu urteilen, ist die Dose wohl nicht mehr in ihrem Versteck. Einige frustrierte Cacher haben allerdings trotzdem ein „Found it“ geloggt, mit dem Argument, dass sie sich den Punkt durch eine lange Suchzeit verdient hätten. Bitte was?

Meine Meinung dazu: wenn ich einen Cache nicht finde, kann ich nicht loggen, dass ich ihn gefunden habe. Dabei ist es völlig egal, ob ich es nicht schaffe den Behälter zu enttarnen, einen trickreichen Schließmechanismus nicht geöffnet bekomme, an den falschen Koordinaten suche oder die Dose schlicht und einfach nicht (mehr) vor Ort ist. Es gibt in diesen Fällen nur ein mögliches Log: Did not find!

Der DNF gehört zum Spiel und hält dieses spannend. Wie langweilig wäre es, wenn man jeden Cache, den man angeht auch findet?

 

3 thoughts on “DNF? Niemals!

  1. Hallo erstmal, ich bin durch Saarfuchs auf deinen Blog aufmerksam geworden. Da du auch ein Freund des Loggens bist, musste ich hier einmal vorbeischauen.
    Das Thema beschäftigt mich auch. Denn hier in der Nähe ist ein T5 zu finden, in der etliche Cacher die „Dose gesehen haben“. Ja, sie loggen eine Dose die sie von unten gesehen haben und an die sie nicht ran kommen und geben das auch noch zu. Anfangs habe ich darüber auch den Kopf geschüttelt. Aber mal ehrlich, Geocaching ist kein Wettbewerb. Wenn es einige Leute nötig haben so zu betrügen… Ich habe einige T5s gemacht und es gibt nichts was daran toll ist. Außer natürlich der Spaß und das gute Gefühl eine Aufgabe gemeistert zu haben. Letzlich betrügen Sie sich doch bloß selbst. Uns anderen kann es egal sein.
    Mein Vorposter sagte noch, dass der Owner diese Leute sofort löschen sollte. Dachte ich anfangs auch, mittlerweile denke ich, dass ein Owner gut daran tut die Sache nicht zu ernst zu nehmen. Was einige Cacher tun wenn man sie um ihren Punkt beraubt ist erschreckend. Ich denke das ist auch der Grund warum bei dem erwähnten T5 nichts gelöscht wird. Einige Cacher haben diese „Wenn nicht ich, dann niemand“-Moral und gehen dann zu den behörden und versuchen den Cache zu verbieten. Was bei diesem T5 sein könnte. Soviel ich weiß wird er zwar geduldet, aber ist nicht ausdrücklich erlaubt. Das ist ja oft so und wenn sich dann jemand beschwert, müssen die Behörden Maßnahmen ergreifen.

    1. Ich denke auch, dass man das Ganze nicht zu ernst sehen sollte, was nicht heißt diesen Statistikwahn nicht zu kritisieren. Durch diesen und die immer ausgeprägtere „wow-wie-toll-ich-bin“ und „nach-mir-die-Sintflut“ Mentalität hat sich ein Spiel neben dem Geocaching entwickelt, das mit der ursprünglichen Idee nichts mehr zu tun hat.

  2. Ich gebe dir absolut Recht, sehe das eigentliche Problem aber beim Owner. Wer nicht im Logbuch des Caches steht dessen online-Log wird gelöscht. Da gibt es auch keinen Interpretationsspielraum. Auch kein Fotolog.

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